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Medikamentöse Thrombosevorbeugung

Ab einem mittleren bis stark erhöhten Thromboserisiko, wie es nach Knie- und Hüftgelenkersatz besteht, ist eine medikamentöse Thrombosevorbeugung, unterstützt durch physikalische Basismaßnahmen, angezeigt.3 Diese thrombosevorbeugenden Medikamente bezeichnet man in der Fachsprache als „Antikoagulanzien“; der Volksmund kennt sie auch als „Blutverdünner“. Diese Bezeichnung ist allerdings medizinisch nicht richtig, denn sie verdünnen das Blut nicht, sondern hemmen seine Gerinnbarkeit, so dass Blutgerinnsel (Thromben) nicht so leicht gebildet werden können.
Bisher gilt die Gabe von Heparinen als Therapiestandard in der Vorbeugung venöser Thromboembolien nach Knie- und Hüftgelenkersatz-Operationen. Dabei wird Patienten meist am Abend vor der Operation ein Heparinpräparat gespritzt, um die Blutgerinnung zu hemmen. Vier bis sechs Stunden nach der Operation wird diese Behandlung wieder aufgenommen und dann täglich wiederholt. Im Krankenhaus übernimmt das Pflegepersonal die Injektionen. Nach der Entlassung aus dem Krankenhaus muss die Thrombosevorbeugung fortgeführt werden, so lange es der Arzt empfiehlt. Das kann auch bedeuten, dass der Patient sich zu Hause selbständig über mehrere Wochen weiter spritzen muss. Das Pflegepersonal im Krankenhaus schult die Patienten darin, sich selbst eine Spritze in die Bauchdecke zu setzen.


Sich selbst zu spritzen, fällt vielen Patienten schwer.
In seltenen Fällen kann es unter Heparingabe zu einer Abwehrreaktion des Körpers gegen das Medikament kommen – mit der möglichen Folge, dass das Thromboembolie-Risiko wieder ansteigt. In diesem sehr seltenen Fall verursacht Heparin das, was es eigentlich verhindern soll. Deshalb sind unter Heparingabe regelmäßige Laborkontrollen notwendig.
Darüber hinaus gibt es noch andere Präparate, die ebenfalls der Vorbeugung venöser Thromboembolien dienen und über Injektion verabreicht werden müssen.
Eine andere Behandlungsmöglichkeit besteht darin, dass Patienten einmal täglich Kapseln mit einem Wirkstoff zur Gerinnungshemmung einnehmen. Auch damit kann der Thromboembolie vorgebeugt werden. Eine regelmäßige Kontrolle durch Labortests ist dabei nicht notwendig.
Welche Medikation der behandelnde Arzt auch wählt, immer hängt der Erfolg der Thrombosevorbeugung eng mit der durchgängigen und regelmäßigen Anwendung des Medikaments zusammen. Hier ist auch der persönliche Einsatz der Patienten gefragt, die außerhalb des Krankenhauses nach Absprache mit ihrem Arzt das Medikament konsequent und regelmäßig selbständig weiter anwenden sollten.
Besteht das deutlich erhöhte Thromboserisiko im Gegensatz zu einer Operation dauerhaft, beispielsweise bei Patienten mit Vorhofflimmern, werden meist so genannte Vitamin-K-Antagonisten zur Langzeitvorbeugung eingesetzt. Sie sind bereits seit etwa 55 Jahren im Gebrauch und waren bislang die einzigen verfügbaren Gerinnungshemmer zur oralen Einnahme. Vitamin-K-Antagonisten sind kompliziert zu steuern und müssen daher engmaschig im Labor kontrolliert werden.
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